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Device as a Service im Enterprise-Markt – im Gespräch mit Sven Matthiesen von devicenow

Veröffentlicht am 22. Okt. 20266 min Lesezeit

Sven Matthiesen, MD von devicenow

Sven Matthiesen, MD von devicenow

Device as a Service ist längst mehr als eine Frage der Hardwarebeschaffung. Doch was macht das Modell gerade für international aufgestellte Unternehmen interessant? Wie verändert sich der Markt – und welche Rolle kann refurbished Hardware darin spielen?
Darüber haben wir mit Sven Matthiesen, Managing Director von devicenow, gesprochen.
devicenow gehört wie circulee zur CHG-MERIDIAN Gruppe. Für uns ein spannender Anlass, Svens Perspektive auf einen Markt kennenzulernen, den er seit vielen Jahren aus dem Enterprise-IT-Umfeld begleitet – und gemeinsam einen Blick darauf zu werfen, wie sich der Umgang mit IT-Hardware weiterentwickelt.

Sven, Du bist seit 2022 bist Managing Director von devicenow. Was macht devicenow und wie ist es dazu gekommen? 

Die Idee hinter devicenow war eigentlich recht einfach: Warum ist es für international tätige Unternehmen immer noch so kompliziert, ihre Mitarbeitenden weltweit mit IT-Hardware auszustatten? Genau hier wollten wir ansetzen.  2022 wurde devicenow als Tochterunternehmen von CHG-MERIDIAN gegründet, mit dem Ziel, den Markt für Device as a Service grundlegend zu vereinfachen. Heute übernehmen wir für unsere Kunden den gesamten Lebenszyklus ihrer Arbeitsplatz-Hardware, von der Beschaffung über die Bereitstellung und den Austausch defekter Geräte bis hin zur Rücknahme, der Datenlöschung und Wiedervermarktung. Und das in mehr als 190 Ländern, mit einem globalen Vertrag und einheitlichen Servicestandards. Das Besondere daran ist für mich weniger die Hardware selbst, sondern die Einfachheit für unsere Kunden. Ein IT-Verantwortlicher soll sich nicht darum kümmern müssen, welcher Dienstleister in welchem Land einen Laptop, oder ein Smartphone bereitstellt und wie das Servicekonzept dahinter aussieht.  Unser Anspruch ist es, komplexe globale IT-Prozesse so einfach wie möglich zu machen. Und genau daran arbeiten wir seit dem ersten Tag.  

Wie beschreibst Du den Business Case für DaaS und was sind Eure typischen Kunden? 

Für mich geht es bei Device as a Service um deutlich mehr als die Finanzierung von Hardware.  Viele Unternehmen unterschätzen, wie viel Aufwand und Kosten tatsächlich mit dem Betrieb ihrer IT-Arbeitsplätze verbunden sind. Geräte müssen beschafft, konfiguriert, verteilt, ausgetauscht und irgendwann wieder zurückgenommen werden. Gerade bei international tätigen Unternehmen entsteht dadurch eine enorme Komplexität.  Mit unserem Modell schaffen wir vor allem drei Dinge: Transparente und planbare Kosten, eine deutliche Entlastung der internen IT und eine bessere Servicequalität für die Mitarbeitenden.  Unsere typischen Kunden sind größere, international aufgestellte Unternehmen mit mehreren Tausend bis Zehntausenden Mitarbeitenden. Sie wollen ihre IT global standardisieren, ohne sich selbst um die operative Komplexität kümmern zu müssen.  Ein entscheidender Punkt ist dabei die Wirtschaftlichkeit. Wir wollen nicht einfach eine andere Art der Beschaffung anbieten, sondern die Gesamtkosten des IT-Arbeitsplatzes nachhaltig optimieren.  Am Ende sollte sich die IT unserer Kunden mit Digitalisierung und Innovation beschäftigen können, und nicht mit der Frage, wo sich der Laptop, oder das Smartphone eines Mitarbeiters gerade befindet.  

Welches Marktpotential siehts Du für das Modell und für Euch als Unternehmen? 

Ich bin überzeugt, dass wir hier erst am Anfang einer grundlegenden Veränderung stehen. 
In vielen Bereichen der IT haben sich servicebasierte Geschäftsmodelle längst durchgesetzt. Bei der Arbeitsplatz-Hardware arbeiten dagegen noch erstaunlich viele Unternehmen mit klassischen Kaufmodellen und einer Vielzahl lokaler Dienstleister.  Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die IT: Unternehmen werden internationaler, Kosten- und Effizienzdruck nehmen zu und die Erwartungen der Mitarbeitenden an einen funktionierenden digitalen Arbeitsplatz wachsen.  Das sind aus meiner Sicht ideale Voraussetzungen für Device as a Service.  Für devicenow sehe ich deshalb ein enormes Potenzial. Wir haben in den vergangenen Jahren gezeigt, dass unser Modell auch bei großen, international aufgestellten Unternehmen funktioniert.  Und wir haben eine klare Ambition: Wir wollen devicenow zum weltweit führenden Anbieter für Device as a Service im Enterprise-Segment entwickeln.  Das ist sicherlich ein ambitioniertes Ziel. Aber ich glaube, dass man sich große Ziele setzen muss, wenn man einen Markt wirklich verändern möchte.  

Seit einem halben Jahr bietet Ihr Euren Kunden auch „refurbished IT Hardware im DaaS Modell“ an – wie kam es dazu und wie kommt das Angebot bei Kunden an? 

Für uns war das eine konsequente Weiterentwicklung unseres Geschäftsmodells.  Wir beschäftigen uns schließlich mit dem gesamten Lebenszyklus von IT-Geräten. Da liegt die Frage nahe, warum ein hochwertiges Notebook nach drei Jahren ausgetauscht werden sollte, wenn es technisch noch vollkommen ausreichend ist.  Mit unserem Refurbished-Angebot verbinden wir zwei Aspekte, die für Unternehmen immer wichtiger werden: Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit.  Professionell aufbereitete Geräte können eine attraktive Alternative zu Neugeräten sein. Sie ermöglichen es unseren Kunden, Kosten zu optimieren und gleichzeitig Ressourcen zu schonen, ohne auf die wesentlichen Vorteile unseres DaaS-Modells verzichten zu müssen.  Das Interesse der Kunden ist dabei besonders spannend. Wir merken, dass die Bereitschaft wächst, den Einsatz von IT-Hardware stärker nach dem tatsächlichen Bedarf zu beurteilen.  Natürlich ist refurbished nicht für jeden Arbeitsplatz die richtige Lösung. Aber auch nicht jeder Mitarbeitende benötigt alle drei Jahre das neueste High-End-Gerät.  Für mich bedeutet Nachhaltigkeit vor allem, vorhandene Ressourcen möglichst intelligent und lange zu nutzen. Wenn das gleichzeitig wirtschaftlich sinnvoll ist, haben wir eine echte Win-win-Situation.  

Vor devicenow warst Du bereits langjährig tätig in „Enterprise IT“ unterwegs. Welche langfristigen Trends in der IT-Hardware Industrie beobachtest Du? 

Ich sehe vor allem drei Entwicklungen, die unsere Industrie in den kommenden Jahren prägen werden. 
Die erste ist natürlich künstliche Intelligenz. KI wird verändern, wie wir arbeiten und welche Anforderungen wir an unsere Endgeräte stellen. Gleichzeitig glaube ich, dass wir genauer hinschauen müssen, welche zusätzliche Hardwareleistung tatsächlich einen Mehrwert schafft. Nicht jeder braucht automatisch einen AI-PC mit der höchsten Ausstattung. 
Die zweite Entwicklung ist die zunehmende Bedeutung von Verfügbarkeit und Resilienz. Wir erleben gerade, wie stark globale Lieferketten und die Preise wichtiger Komponenten unter Druck geraten können. Für Unternehmen wird es deshalb immer wichtiger, ihre Hardwarestrategie flexibel und herstellerunabhängig aufzustellen. 
Und der dritte Trend ist die Entwicklung hin zu intelligenten, automatisierten und nachhaltigen Lifecycle-Modellen. Unternehmen werden künftig immer weniger bereit sein, ihre IT-Hardware über viele einzelne Lieferanten und manuelle Prozesse zu steuern. 
Dabei wird auch KI eine wichtige Rolle spielen, etwa bei der Bedarfsplanung, der Automatisierung von Prozessen oder der Optimierung von Gerätelebenszyklen. 
Ich glaube, dass in Zukunft nicht derjenige erfolgreich sein wird, der einfach nur die beste Hardware anbietet, sondern derjenige, der es seinen Kunden am einfachsten macht, diese weltweit effizient einzusetzen. 
Und genau dort sehen wir die Zukunft von devicenow. 

Vielen Dank, Sven, für Deine Zeit und Deine Einblicke auf Device as a Service und den Enterprise-IT-Markt. Wir freuen uns riesig, dass Refurbished Hardware Teil Eures Angebots ist und auf die weitere Zusammenarbeit!