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Nachhaltige Tech-Perspektiven: Sebastian Gier im Interview

Veröffentlicht am 19. Jan. 202410 min Lesezeit
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Heute sprechen wir mit Sebastian Gier von Footprint Intelligence. Er hat einen starken Fokus auf Nachhaltigkeit in der IT- und Medienbranche. Seine Einsichten sind besonders wertvoll in der sich schnell entwickelnden technologischen Landschaft von heute, wo Nachhaltigkeit ein Schlüsselthema geworden ist. In diesem Interview teilt Sebastian seine spannenden Perspektiven zu den Herausforderungen und Chancen, nachhaltige Praktiken in der Technologie voranzutreiben. 
Thomas Gros (Gründer und CEO): Sebastian, kannst du uns bitte genauer erläutern, wie Footprint Intelligence eine nachhaltige Wirtschaft fördert? 
Sebastian Gier: Footprint Intelligence setzt sich aktiv für eine nachhaltige Zukunft in der IT- und Medienbranche ein. Unsere Software bietet Unternehmen essenzielle Werkzeuge und Daten, um Emissionen effektiv zu reduzieren und Klimaziele schnell zu erreichen. Wir unterstützen strategische Entscheidungen im Bereich Corporate Sustainability Reporting Disclosure (CSRD) und nutzen Künstliche Intelligenz, um diese Prozesse zu vereinfachen und zu beschleunigen. Unsere Lösung fördert nicht nur Transparenz und datengetriebene Entscheidungen, sondern ermutigt auch zu umweltbewusstem Handeln. Indem wir IT- und Medienunternehmen helfen, Nachhaltigkeitsziele auf einer soliden Datengrundlage zu verfolgen, tragen wir maßgeblich zu einer umweltbewussteren Wirtschaft bei. 
Thomas Gros: Was motiviert dich persönlich, solch ehrgeizige Nachhaltigkeitsziele zu verfolgen? 
Sebastian Gier: Die digitale Industrie ist entscheidend im Bereich der Nachhaltigkeit. Mit steigenden Emissionen durch neue Technologien und deren Einfluss auf das Verhalten von Einzelpersonen und Unternehmen bin ich fest davon überzeugt, dass wir in der digitalen Industrie eine positive Wirkung erzielen können. Footprint Intelligence hilft Unternehmen, ihre Nachhaltigkeitsziele auf messbare und transparente Weise zu erreichen und Auswirkungen zu quantifizieren, um Greenwashing zu verhindern. Wir sind darauf ausgerichtet, eine nachhaltige Zukunft zu formen, indem wir Unternehmen bei der Erreichung ihrer Ziele unterstützen. 
Thomas Gros: Welche großen Herausforderungen siehst du in deiner Branche und wie geht Footprint Intelligence damit um? 
Sebastian Gier: Die größten Herausforderungen in unserer Branche drehen sich um den hohen Aufwand, der nötig ist, um Transparenz über Emissionen zu schaffen. Wir setzen hierbei auf Digitalisierung und den Einsatz von KI, um diese Prozesse zu straffen. Neben der Berechnung und Berichterstattung von Emissionen ermöglichen wir Unternehmen, sich auf die Erreichung echter Nachhaltigkeitsziele zu konzentrieren. Unsere Softwarelösung ermöglicht es mehr Firmen, sich effizient und effektiv mit der Reduzierung von Emissionen zu befassen. Das ständige Verfolgen sich ändernder Vorschriften und Gesetze ist ebenfalls zeitkritisch, und wir passen unsere Software kontinuierlich an, um sicherzustellen, dass unsere Kunden konform handeln können, während sie ihre Nachhaltigkeitsziele verfolgen. 
Thomas Gros: Welche Hindernisse begegnen Organisationen, wenn sie auf nachhaltige Geschäftspraktiken umsteigen? 
Sebastian Gier: Jede Organisation muss zwei Hauptprobleme lösen, um auf nachhaltige Prozesse umsteigen zu können. Das erste ist der große manuelle Aufwand und die hohen Kosten, die dadurch entstehen. Der Grund dafür sind z.B. langwierige Beratungen oder der Einsatz traditioneller Tools wie Excel. Unsere KI-basierte Lösung beschleunigt und vereinfacht diesen Prozess und macht so Nachhaltigkeit zugänglicher und effizienter. 
Die zweite Herausforderung liegt darin, informationsbasierte Entscheidungen zu treffen, die zu echtem Impact führen. Unsere Software bietet vollständige Transparenz über mögliche Auswirkungen und hilft somit auch dabei, Greenwashing zu verhindern. 
Thomas Gros: Wie tragen Kreislaufmodelle und -lösungen in diesem Kontext bei? 
Sebastian Gier: Kreislaufmodelle und -lösungen bieten bedeutende Chancen für Nachhaltigkeit in Unternehmen. Sie ermöglichen einen Wandel über traditionelle Nachhaltigkeitspraktiken hinaus und führen zu systemischen Veränderungen in verschiedenen Branchen. Durch die Einbeziehung von Prinzipien der Kreislaufwirtschaft, wie Green IT, in die Unternehmensabläufe, können Unternehmen Produktlebenszyklen verlängern, Ressourcenverbrauch minimieren und elektronischen Abfall wesentlich reduzieren. Dieser Ansatz nützt sowohl der Umwelt als auch der Wirtschaft, indem Kosten gesenkt und die Effizienz gesteigert wird. Er befähigt Unternehmen zur Entwicklung von nachhaltigen und kreislauforientierten IT-Modellen. 
Thomas Gros: Wie siehst du die Zukunft der Unternehmensnachhaltigkeit in Deutschland, einschließlich aufkommender Trends? 
Sebastian Gier: Die Unternehmensnachhaltigkeit in Europa, insbesondere in Deutschland, bewegt sich in Richtung erhöhter Transparenz und Vergleichbarkeit. Der Trend geht hin zu mehr Transparenz zwischen Unternehmen, was den Druck erhöht, nachhaltig zu handeln. Mit mehr Regulierungsbehörden auf dem Markt gibt es eine wachsende Vergleichbarkeit in Bezug auf Nachhaltigkeitsleistungen, was Unternehmen dazu anregt, ihre Anstrengungen zu intensivieren. Außerdem führt die Übernahme von "Science-based Targets" zu einer tieferen Integration der Nachhaltigkeit in Geschäftsstrategien. Diese Entwicklungen werden die Landschaft der Unternehmensnachhaltigkeit nicht nur in Deutschland, sondern weltweit nachhaltig prägen und verbessern. 
Vielen Dank, Sebastian, für diese aufschlussreichen Antworten. Es ist klar, dass Footprint Intelligence an der Spitze der Bemühungen steht, Nachhaltigkeit in der digitalen Welt voranzutreiben. Deine Leidenschaft und dein Engagement für eine nachhaltigere Zukunft sind nicht nur inspirierend, sondern auch ein wesentlicher Beitrag zu einer grüneren und verantwortungsbewussteren Industrie. Wir freuen uns darauf zu sehen, wie sich Footprint Intelligence weiterentwickelt und weiterhin positive Veränderungen in der IT- und Medienbranche bewirkt. Danke, dass du heute bei uns warst und deine wertvollen Einsichten geteilt hast.